– eine Anleitung zu einem gesünderen Kinderzimmer

Kinder verbringen viel mehr Zeit in ihren Zimmern als Erwachsene in allen anderen Räumen des Hauses. Daher ist es umso wichtiger sicherzustellen, dass es nicht ungesund für sie ist, in ihren Zimmern zu spielen und zu schlafen. Einige Dinge sollten Sie beachten bevor es ans Einrichten geht. Andere Dinge erst beim Möbel- und Spielzeugkauf. Und dann gibt es Dinge, die Sie tagtäglich beachten sollten. Die Konsequenzen für keine Vorkehrungen können gering wie auch größer ausfallen, aber zum Glück können schon Kleinigkeiten einen großen Unterschied machen, solange Sie wissen, wo Sie sich bemühen sollten. In dieser Anleitung konzentrieren wir uns auf die Dinge, an die Sie sich erinnern sollten, wenn Sie ein Kinderzimmer einrichten, es dekorieren, für es einkaufen und ein gutes Raumklima erhalten möchten.
Quelle: The Ecological Council und andere

VOR DEM EINZUG – VORBEREITUNG VERSCHAFFT EINEN VORTEIL

Farbe

Bei der Wahl der Farbe sollten Sie darauf achten, dass es sich um Farbe auf Wasserbasis handelt, bevorzugt mit Ökolabel-Auszeichnung, wie bspw. dem Nordischen Umweltzeichen oder dem EU-Ökolabel. Diese sind besser für das Raumklima und die Umwelt als andere Farbarten. Sie sollten zudem den Raum für mindestens eine Woche auslüften lassen, bevor jemand darin einzieht, da Farbe vermehrt Substanzen im Trocknungsprozess an die Luft abgibt.

Dekorieren und einrichten

Wie zuvor, achten Sie auf das Nordische Umweltzeichen oder das EU-Ökolabel, um sicherzugehen, dass Sie Möbel mit nur einem Minimum an schädlichen Chemikalien, aber auch mit mehr Sicherheit und Langlebigkeit bekommen. Überlegen Sie sich, ob Sie Teppiche und Vorhänge brauchen, da diese generell mehr Abrieb von sich geben. Alternativ können Sie Jalousien verwenden oder nach allergikerfreundlichen Teppichen suchen.

Sicherheit

Vergessen Sie nicht, immer an die Sicherheit beim Einrichten zu denken und generell nur EU-sicherheitsgetestete Möbel zu kaufen. Möbel, die umfallen können sollten ordnungsgemäß an der Wand befestigt werden. Regalbretter sollten stabil genug sein, um das Gewicht von vollen Spielzeugkisten, aber auch von kleinen Hobby-Bergsteigern aushalten zu können.

DIE KISTEN UND SCHUBLADEN FÜLLEN – STAURAUM UND DEKORATION

Abriebrückstände im Zimmer

Wie Sie sicher wissen, geben Textilien Abrieb ab. Je mehr Decken, Vorhänge, Kleidung und Bettzeug herumliegen, desto mehr Abrieb gibt es. Spielzeug und andere Gegenstände stauben schnell ein. Sie sollten daher in Betracht ziehen, die Anzahl an herumliegenden Gegenständen zu verringern, zum Beispiel in dem Sie einen geschlossenen Stauraum nutzen für alles, was entweder Abrieb abgeben oder auffangen kann. Damit wird auch das Saubermachen vereinfacht. Sie können sich für Textilien mit Oeko-Tex® Zertifikat entscheiden, dem weitverbreitetsten Gesundheitslabel für Textilien weltweit.

Dekorative Pflanzen

Pflanzen eignen sich generell sehr gut dazu, die Luft von CO2 und Staubpartikeln zu reinigen. Erde, Kinder und kleine Grabschehände sind jedoch keine gute Kombination. Nehmen Sie daher Pflanzen, die außerhalb der Reichweite von Kindern hängen können. Farne und Aloe Vera eignen sich sehr gut, Luftpflanzen (Tillandsien) sind ebenfalls ideal, da sie nur minimale Pflege brauchen.

Spielzeug

Phthalate in Kinderspielzeug sind bedenklich und Sie sollten darüber Bescheid wissen, ob diese in den Spielsachen Ihrer Kinder enthalten sind. Langzeitkontakt zu Phthalaten kann hormonstörende Wirkungen mit sich bringen, welche auch durch Spielsachen mit PVC verursacht werden können, das häufig in weichen Plastikprodukten zu finden ist. Störungen des Hormonsystems können u.a. zu Fruchtbarkeitsproblemen, Übergewicht, Diabetes 2, Verhaltensproblemen und zu einem erhöhten Risiko für Hormon-zusammenhängende Krebsarten führen. Versuchen Sie auch vor allem Phosphor-basierende und bromierte Flammschutzmittel zu vermeiden, die oft in Schaumstoffprodukten und Elektrogeräten zu finden sind. Diese Substanzen können die gleichen hormonstörenden Wirkungen haben.

DER ALLTAG – DIE KLEINEN DINGE MACHEN DEN UNTERSCHIED

Es liegt etwas in der Luft …

Wenn Sie ausatmen, stoßen Sie CO2 aus. Eine hohe CO2-Konzentration im Zimmer über Nacht kann unerholsamen Schlaf, schlechte Konzentration am nächsten Morgen und Probleme beim Lernen zur Folge haben. Dem kann zum Glück Abhilfe geschaffen werden durch dreimal tägliches Lüften, am wichtigsten vor dem Zubettgehen.

Klamme Umgebung

Das bereits erwähnte Lüften ist auch eine einfache Möglichkeit, ein feuchtes Raumklima loszuwerden. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schimmel führen, weshalb auch die Türen zu feuchten Räumen geschlossen gehalten werden sollten, wie beispielsweise dem Badezimmer oder dem Keller. Nicht nur das Zimmer allein beeinflusst das Raumklima. Kochen und Kerzenrauch geben Partikel frei, die als potentiell gesundheitsschädlich angesehen werden, wie die von Autoabgasen. Verwenden Sie daher leistungsfähige Kochdeckel während des Kochens und ersetzen Sie Kerzen mit LED-Alternativen. Ein Ventilationssystem kann ebenfalls hilfreich sein, ersetzt jedoch nicht manuelles Lüften komplett.

Die gute alte Lösung

Gründliches Putzen ist definitiv ebenfalls hilfreich. Abstauben und Staubsaugen helfen dabei, Partikel und an Staub geheftete Chemikalien loszuwerden. Dabei sollten Sie auch darauf achten, welche Putzmittel Sie im Haus verwenden. Produkte mit dem Nordischen Umweltzeichen oder dem EU-Label sind generell besser für die Gesundheit.